Elisabeth Motschmann: „Bischöfe sind keine besseren Politiker“

„Edward Snowden mit Martin Luther auf eine Stufe zu stellen ist absolut unangebracht“, erklärt Elisabeth Motschmann, anlässlich ihrer Wiederwahl mit 100 Prozent, d.h. 33 Stimmen von 33 möglichen Stimmen, auf der gestrigen Jahreshauptversammlung des Evangelischen Arbeitskreises Bremen.

Damit reagiert sie auf die Rede des Landesbischofs Ralf Meister aus Hannover. Er verglich Snowden und den Reformator in der vergangenen Woche beim Medienkongress in Leipzig. Gleichzeitig gratulierte Meister dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter zum Alternativen Nobelpreis, eine undotierte Ehren-Auszeichnung einer schwedischen Stiftung. Der Landesbischof argumentierte: „Snowden beruft sich auf sein Gewissen und erinnert damit an eine gute protestantische Tradition.“

Elisabeth Motschmann: „Zur guten protestantischen Tradition gehört auch das Wissen, dass es ein irrendes Gewissen gibt. Der Spionage- und Überwachungsenthüller Edward Snowden hat gegen geltendes US-Verfassungsrecht verstoßen. Über die Art und Weise dieser Enthüllungen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Sie eignen sich allerdings nicht für eine kirchliche Glorifizierung. Hier ist der Ralf Meister mit seiner Sympathie für Snowden weit übers Ziel hinausgeschossen. Bischöfe sind eben keine besseren Politiker.“

„Immer wieder kommen aus dem Raum der evangelischen Kirche abwegige Äußerungen.“ Margot Käßmann, EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, erklärte im August in einem Interview: „Ich fände es gut, wenn die Bundesrepublik auf eine Armee verzichten könnte wie etwa Costa Rica.“ – „Derartig weltfremde Ansichten, die in striktem Gegensatz zur Theologie der Reformatoren stehen und auch durch keine biblische Aussage gedeckt sind, wirken schlichtweg peinlich“, so die CDU-Bundestagsabgeordnete.

 

Elisabeth Motschmann ist Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) Bremen. Darüber hinaus ist sie seit der Bundestagswahl 2013 als CDU-Abgeordnete für das Bundesland Bremen im Deutschen Bundestag.