„Kinderehen nicht anerkennen!“

Zur aktuellen Debatte über die Anerkennung von Kinderehen erklärt die Bremer CDU-Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Frauen-Union Elisabeth Motschmann:

 

„Kinderehen sind in Deutschland nicht akzeptabel. Sie verstossen gegen unsere Werte und gegen unsere Normen.

Kinderehen werden in vielen Fällen nicht freiwillig geschlossen. Junge Mädchen werden zwangsverheiratet, Frauen unterdrückt. Von Gleichberechtigung kann dabei keine Rede sein.

Wer in Deutschland ist, unterliegt dem deutschen Recht. Das gilt für Deutsche und für Nicht-Deutsche gleichermaßen. Mann und Frau sind gleichberechtigt. Dafür haben viele mutige Frauen viele Jahre lang gekämpft. Diese Errungenschaften dürfen wir nicht preisgeben.

Wenn deutschen Gerichten bei Kinderehen die Handhabe fehlt, müssen wir unsere Gesetze an die veränderte Situation anpassen. Unser geltendes Recht darf nicht ausgehebelt werden. Respekt und Toleranz gegenüber anderen sind wertvolle Tugenden. Die Werte unseres Grundgesetzes aber wiegen schwerer, als es religiöse oder kulturelle Normen anderer Gesellschaften könnten.

Kinderehen dürfen bei uns keine Gültigkeit haben. Sie dürfen nicht anerkannt werden, weil das Kindeswohl überwiegt.

Ich halte darüber hinaus für richtig, wenn die Ehemündigkeit generell erst mit 18 Jahren gelten würde. Beide Ehepartner müssten dann mindestens 18 Jahre alt sein, wenn sie heiraten. Und zwar ohne Ausnahme. Die augenblickliche Rechtslage ist anders. Das halte ich für problematisch. Wir sollten das ändern.“