„Kümmert Euch endlich!“

„Es ist unfassbar, dass offenbar hunderte minderjährige Flüchtlinge in Bremen noch immer keine Schule besuchen. Zuerst wurde Privatschulen verboten, Flüchtlinge zu unterrichten. Das empörte viele Bremerinnen und Bremer – und wurde auf diesen Druck hin geändert. Nun aber werden die Möglichkeiten offenbar gar nicht genutzt. Viele Plätze in Schulen bleiben leer, weil die Verwaltung überlastet ist. Viele mögliche Kurse finden gar nicht erst statt, weil es die Behörde überfordert.

Deutschunterricht findet im Augenblick mitunter nur statt, weil es freiwillige Helfer gibt. Die Ehrenamtler springen ein, wo die Behörde versagt. Dabei ist das Erlernen der Sprache die wichtigste Voraussetzung der Integration: Wer die Sprache nicht kann, bleibt isoliert. Wer isoliert bleibt, integriert sich nicht. Und wer nicht integriert ist, hat keinen Halt in unserer Mitte. So entstehen Parallelgesellschaften, so entwickelt sich schnell Kriminalität.

Auch dass viele minderjährige Flüchtlinge nach Monaten noch keinen Vormund haben, verschlechtert ihre Situation. Sie haben niemanden, der sich um sie kümmert. Niemanden, der sie rechtlich vertritt – und zum Beispiel ihren Asylantrag stellt. Ein Mitarbeiter im Amt für Soziale Dienste kann einen Vormund nicht ersetzen! Das Amt verwaltet die minderjährigen Flüchtlinge eher, als dass es sie betreut und begleitet. Vertrauen und menschliche Nähe entstehen so nicht. Bezugspersonen und Vorbilder suchen sich minderjährige Flüchtlinge dann woanders.

Obwohl wir alle wissen, dass Bildung und Integration der minderjährigen Flüchtlinge unsere wichtigsten Aufgaben sind, versagt der Senat. Kümmert Euch endlich!“